Die Fjällräven Totepack No. 1

Neben dem Drang zum Zweitbuch habe ich auch den Drang zur perfekten Tasche für alle Gelegenheiten. Bisher ist jedes Jahr so etwa eine Markentasche eingezogen. Auch bei den üblichen Modeketten habe ich einiges Geld für Taschen liegen gelassen und viele auch wieder weiterverkauft. Im Sommer letzten Jahres hatte ich mich damit abgefunden, dass es DIE EINE TASCHE nicht gibt. Schon alleine, weil ich zum Fahrradfahren einen Rucksack bevorzuge. Das war in meinem Fall lange Zeit der Kanken von Fjällräven. Er ist ein Stauraumwunder und passt zu jedem Outfit. Die einzigen Nachteile sind, dass man damit aussieht, als hätte man ein Grundschulkind ausgeraubt und dass das Ding an den Reißverschlüssen gar nicht wasserdicht ist.
Ideal wäre also eine Tasche, die man auch auf dem Rücken tragen kann. Das haben sich die Designer von Fjällräven wohl auch irgendwann gedacht und die Totepack No. 1 kreiert. Was sich zu Fuß wie eine normale Totebag (vulgo: Hipsterstoffbeutel) trägt, wird mit einem Handgriff zum Rucksack (engl. Backpack, Wortspieloberklasse!), der beim Radeln nicht mehr im Weg ist. Das Besondere an der Tasche ist, dass man den hinteren Henkel an der oberen Kante so durch die beiden kleinen Schlaufen ziehen kann, dass zwei Rucksackträger entstehen.

 

Wenn die Totepack No. 1 allerdings voll und schwer ist, verrutschen diese beim Rucksackaufsetzen. Mit der Zeit habe ich kapiert, dass ich die untere Kante der Seite, die ich zuerst schultere mit der jeweiligen Hand festhalten muss. Wenn man Lust auf Verrenkungen hat, kann man diesen Misstand auch durch beherzten Zug an der Mitte des Tragebandes beheben. Grazil wie eine Elfe oder wie auch immer das graue Tier mit dem Rüssel heißt!

Die Totepack No. 1 besteht aus dem gleichen Material wie die Klamotten der schwedischen Outdoormarke, nämlich G-1000. Das ist letztendlich gewachste Baumwolle, die hier aber gröber als zum Beispiel bei den Barbour Wachsjacken ist. Innen verfügt die Totebag No. 1 über ein Wertsachenfach mit Reißverschluss, das im Dokumentenfach hängt. Bei letzterem handelt es sich um einen weitere Stofflage, die mit der Rückseite vernäht ist. In den Zwischenraum passen DINA4-Unterlagen, allerdings muss man bedenken, dass zumindest der dunkelrote Stoff abfärbt. Auf der Vorderseite findet sich ein großes Reißverschlussfach.
Anfangs war ich skeptisch, weil die Tasche durch ihren Schnitt recht unübersichtlich wirkt. Dazu kommt, dass sie nicht gefüttert ist, deshalb ist es drinnen wirklich dunkel. Die Totepack ist eine Tasche mit der man außer Landes gehen könnte, aber gegebenenfalls eine Warteschlange am Zoll provoziert, wenn man Kleinkram nicht in die Reißverschlussfächer packt. Die Doschn (an dieser Stelle liebe Grüße an Jettie von My Private Jet!) hat mich schon zu diversen wichtigen offiziellen und schönen privaten Terminen begleitet, ist bei meiner Fahrprüfung mitgereist, ist mit mir im Baugewerbe unterwegs gewesen und hält sich bisher gut. Allerdings bin ich auch noch nicht wie mit dem Kanken in einen soliden Platzregen gekommen. Der Reißverschluss wird sicher nicht wasserdicht sein, weil er völlig ungeschützt ist.


Der Preis von 109€ ist nicht von schlechten Eltern. Immerhin erwirbt man dafür zwei Taschen zum Preis von einer und kann sich die Anschaffung schön reden. Wenn man das Internet auf links dreht, findet man hin und wieder bessere Angebote, aber da ist dann vielleicht nicht die Wunschfarbe dabei. Ich habe mich für die Farbe Garnet entschieden. Am liebsten trage ich Schwarz, dunkelblau, grau und andere gedeckte Farben, aber bei den Accessoires darf es ein bisschen wilder sein.

Ich habe die Tasche von #Ulrikeseigenemgeld bezahlt und möchte hier wie immer einen ehrlichen Bericht liefern, weil ich die Tasche lange auf dem Wunschzettel stehen hatte.

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