Jeff Lenburg: Matt Groening – Der Gott der Simpsons

Wer denkt, die Simpsons sind eben eine nette Serie, die gerne von nervigen Teenagern geguckt wird und die darüber hinaus völlig unwichtig ist, irrt. Auch der Erfinder und Zeichner der quietschgelben Familie aus Springfield ist eine echte Persönlichkeit.

Matt Groening – Der Gott der Simpsons stellt neben der frühen Jugend und Kindheit Groenings auch seine ersten Gehversuche in der Cartoonbranche dar. Der Kern der Biographie widmet sich der Zeit ab 1986, in der die Simpsons entstanden. Wer die Serie ein bisschen kennt, weiß, dass es sich keineswegs um eine Serie, die sich nur an Kinder und Jugendliche wendet, handelt. Viele Witze haben einen doppelten Boden, den man teils erst mir dem entsprechenden Hintergrundwissen versteht.

Groening, der in der Northwest Evergreen Terrace in Portland, Westoregon aufwuchs, war ein Jugendlicher der alles hinterfragte und rebellierte. Sein Vater war übrigens auch Comiczeichner. Er erzählte Matt, seinem Bruder Mark und den Schwestern Patty, Lisa und Maggie keine Geschichten, sondern zeichnete die Anfänge von Comicstrips auf Blöcke, die er im Haus verteilte. So animierte er seine Kinder dazu, auch zu zeichnen. Matt war zudem ein großer Zeichentrickfan  und so war seine Karriere schon entworfen. Nach der Schulzeit in Oregon brach er zum Studium in Olympia im Bundesstaat Washington auf. Das dortige Evergreen State College galt als ultraliberaler „rebellischer Vorposten“ (S. 91). Während des Studiums verfeinerte Matt seinen Zeichenstil und legte den Grundstein für seine Karriere als Cartoonist. Darauf folgten einige harte Jahre in Los Angeles. Nachdem er sich mit Cartoonstrips wie Life in Hell, dessen erste Folge 1980 erschien, einen Namen gemacht hatte, begann er beim Fernsehsender FOX zu arbeiten. Für eine neue Comedy-Varieté-Show erfand er kurzerhand die Simpsons. Sie sollten anfangs lediglich die Protagonisten von kurzen Sketchen sein.

Matt Groenings Karriere verlief nicht geradlinig und er war keineswegs zeitlebens auf Rosen gebettet. Seine Biographie beweist jedoch, dass es sich lohnt, Talenten Raum zu geben und hart an der Verwirklichung einer Karriere in der Kreativbranche zu arbeiten. Matt Groening hat sich seinen eigenen Weg gesucht und hat ihn ausdauernd verfolgt.

Nach dem Lesen der Biographie ist man förmlich gezwungen, ein paar Lieblingsepisoden der Serie oder den Film noch einmal anzuschauen. Das Buch eignet sich als Geschenk für jeden Fan, der sich mehr Wissen über den Erschaffer seiner gelben Lieblinge aus Springfield anlesen möchte. Am besten kauft man gleich ein zweites Exemplar und legt es für jemanden bereit, der vor der Entscheidung steht, eine Karriere als Künstler oder doch sicherheitshalber eine Bankkaufmannslehre zu beginnen.

Das Titelbild ist ein Selbstportrait des Cartoonisten im Simpsonsstil mit einer kleinen Figur von Bender, dem Roboter aus Futurama in der Hand. So sind in diesem Bild die beiden großen Serien Groenings enthalten. Das Vorsatzpapier ist stilecht in Simpsonsgelb gehalten und der Blauton des Einbandes entspricht dem Blauton des Springfielder Himmels.

Lenburg, Jeff, Matt Groening – Der Gott der Simpsons, Stuttgart: Tropen Verlag 2016. 176 Seiten, Broschur. Aus dem Amerikanischen von Christina Schmutz und Frithwin Wagner-Lippok. Originaltitel der amerikanischen Ausgabe: Matt Groening – From Spitballs to Springfield, 2011 bei Chelsea House in New York erschienen. Preis: 16,95 €

 

Verlagsseite mit Klappentext, Leseprobe und Bestellmöglichkeit: Tropen bei Klett-Cotta

3 thoughts on “Jeff Lenburg: Matt Groening – Der Gott der Simpsons”

  1. Hallo,
    danke für die Rezension!
    Ich selbst bin zwar kein fand er Simpsons aber es wäre in der Tat eine Geschenkidee für einen Fan. 🙂
    Liebe Grüße
    Ela

  2. Hey!
    Ich muss gestehen, dass ich absolut kein Fan der Simpsons bin. Aber, für Fans ist die Biografie bestimmt total interessant. Hört sich zumindest nach deiner begeisterten Rezension so an.
    Viele liebe Grüße
    Yvonne

Kommentar verfassen